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Kirche St. Lukas Remstädt

Über die Entstehung einer Kirche in Remstädt ist nichts überliefert. In die Stufen zum Chorraum der Remstädter Kirche St. Lukas sind die Jahreszahlen 1406 * 1560 * 1670 * 1747 eingemeißelt; sie erinnern an die verschiedenen Bauepochen der Kirche. Im 16. Jahrhundert wurde das alte Langhaus, das sich westlich an den Kirchturm anschloss, zunächst umgebaut, später abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der heute durch den Turm betreten wird. Nach Johann Georg August Galletti wurde die Kirche 1670 „von Grund aus neu gebaut“. Das Kirchenschiff wurde 1747 und 1894 nochmals verändert.

Heute präsentiert sich St. Lukas als schlichte, verputzte Saalkirche mit Satteldach und dreiseitigem Chorabschluss, einem Anbau für die Sakristei sowie einem eingezogenen Westturm. Kirchenschiff und Chor besitzen einheitliche, spitzbogige Fenster; an der Nordseite finden sich ovale Fenster aus dem 18. Jahrhundert, an der Westseite rundbogige Öffnungen. Das Erdgeschoss des Turmes ist mit einem Kreuzgratgewölbe versehen. Der Turm trägt eine geschweifte, schiefergedeckte Haube mit offener Laterne und Turmkugel und wurde im 18. Jahrhundert stark verändert.

Das Innere prägt ein Muldengewölbe über dem Kirchenschiff. Die Emporen sind zum Teil zweigeschossig; ihre Brüstungen zeigen eine kunstvolle Schablonenmalerei. Die Ausmalung von 1894 ist zwar etwas nachgedunkelt, doch hat das Gotteshaus sein früheres düsteres Grau abgelegt und erstrahlt heute in helleren Farben. Der Korb des Kanzelaltars von 1749 ist mit Rocaille verziert. Vor dem Altar steht ein pokalförmiges Taufbecken, datiert auf 1370. Ein Epitaph aus Sandstein von 1616 für Paulus Ludwig und seine Frau zeigt ein Kruzifix und die Statuen der beiden Verstorbenen.

Die ursprüngliche Orgel mit 17 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde um 1857 vom Orgelbauer Gustav Koch geschaffen und 1880 durch eine Knauf-Orgel ersetzt. Seit dem 31. Oktober 2008 (Reformationstag) läuten im Turm wieder drei Glocken. Die während des Zweiten Weltkriegs eingezogenen Bronzeglocken wurden nicht alle auf dem Hamburger Glockenfriedhof wiedergefunden; die Glocke von 1632 goß Melchior Moeringk aus Erfurt. Eine der Inschriften der heute läutenden Glocken lautet: „Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“

Das Remstädter Friedhofsgelände schließlich wurde von dem barocken Architekten Gottfried Heinrich Krohne, dem Erbauer der Orangerie in Gotha, angelegt.

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