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Kanalisation Ballstädt

Ausbau der Ortskanalisation und Errichtung der Abwasseranlagen außerorts

Horst Dünkel

 

Unmittelbar nach der Wende beschäftigte sich der neue Gemeinderat mit der Notwendigkeit der Anbindung aller Haushalte an die zum Teil vorhandenen, in den 1960er Jahren im NAW („Nationales Aufbauwerk“) gebauten Abwasserkanäle und deren Anschluss an eine Kläranlage. Dabei war festzulegen, ob ein Misch- oder Trennsystem zum Einsatz kommen soll. Den ersten Beschluss fasste der Gemeinderat am 3.9.91 zunächst mit dem Ziel, alle neuen Kanäle als Trennsystem, d.h. in zwei parallel verlaufenden Strängen getrennt nach Schmutz- und Regenwasser zu bauen. Dies wurde aber aus Kostengründen mit dem am 17.9.91 erfolgten GRB (Gemeinderatsbeschluss) des Beitritts zum Abwasserzweckverband Gräfentonna fallen gelassen. Ein Jahr später schloss sich dieser Verband dem neu gegründeten Abwasserzweckverband „Mittlere Unstrut“ in Bad Langensalza an, dem auch Ballstädt mit Beschluss vom 25.8.92 folgte. Dies erforderte zwar den Bau eines Pumpwerkes in Bad Langensalza, war aber in Bau und Betrieb letztlich kostengünstiger als ein eigenes Klärwerk in Gräfentonna für wenige Ortschaften und ohne eine Stadt im Hintergrund. 

 

Hier eine stichwortartige Übersicht des Kanalbaus und der Anschlüsse im Ort : 

 

1991/92 Ascharaer Weg durch die Melioration und Tiefbau GmbH Gotha
1994Hochheimer Weg und Kirchgasse (ist postalisch ein Teil der Rittergasse)
1995An der Oberschwemme, Weinbergweg und Mühlenweg
1996Krumme Gasse ( Nr. 1-6, 8-15), sowie Hauptstraße 26, 27 und 29 
1997Hohle und Am Eselsstieg
2003Neues Tor (ohne die Hinterhohle)
2011…stimmte der Gemeinderat auf Anraten des Abwasserzweckverbandes „Mittlere Unstrut“ mit Beschluss zu, kurz nach dem Zusammenfluss des Seltenbaches und des Erdfallgrabens ein RÜB (Regenüberlaufbecken) „Im Wehr“ durch den AZV (Abwasserzweckverband) zu bauen.
2013…wurde der Zulaufkanal an dieses RÜB verlegt, der wegen der notwendigen Verbreiterung der Zufahrt einen Flächentausch der Familie Dünkel mit der Gemeinde erforderte. Für diesen Kanal musste am…
2013…am 12.11. die Scheune der Familie Baumbach an der Ecke zur Rittergasse wegen möglicher Standsicherheitsprobleme, die sich durch den Tiefbau hätten ergeben können, abgerissen werden.
2014Errichtung der Ortskanalisation vom RÜB bis zum Anschluss an die Kreuzung Mühlenweg/ Weinbergweg/ Rittergasse/ Am Eselsstieg. 
2014/15Kanal und Anschluss der unteren Gartenstraße ans Netz
2014/15Schulstraße, jetzt Stubengasse
2016Bau des Sammlers Rittergasse entlang des Gutes zum Anschluss der Kanalisation Hohle (nördlicher Teil), Hauptstraße Ortsmitte, Ascharaer Weg und Anger an das Pumpwerk 
2017Hauptstraße vom bisherigen Feuerwehrgerätehaus (dem ab dem gleichen Jahr zum Bürgerservicebüro umgebauten Gebäude) bis zur Brücke über den Seltengraben, dort Anschluss an den Ascharaer Weg, die Rittergasse und an den nördlichen Teil der Hinterhohle 
2019Am Sportplatz und Anschluss des Sportlerheims über eine Hebeanlage
2020Hauptkanal (Hauptsammler) entlang des Erdfallgrabens (Tonna) für den gesamten südlichen und mittleren Teil des Ortes. Rohreinzug über 230 m mittels Bohrspülverfahrens im März/April von der Pfaffenhöfer Straße bis zur Stubengasse mit Anbindung der Stubengasse, der Krummen Gasse und des parallel verlaufenden Teils der Gartenstraße an das Pumpwerk.
2020Wiederaufnahme des Projektes „Außengebietsentwässerung“ [1] aus 2010/11. (Siehe Beitrag Wetterkapriolen). Es folgten mehrere Ortstermine zur Konkretisierung der ursprünglichen Planung zwecks gemeinsamer Ausschreibung mit der Kanalverlegung des AZV in der Pfaffenhöfer Straße. Diese technisch komplizierte Maßnahme, die erforderliche Verlegung des Abwasserkanals darunter und der Außengebietsentwässerung darüber in speziell angefertigten großen Betonelementen wurde durch das Ingenieurbüro Oppermann geplant, von Firma AIT Gotha realisiert und konnte im September 2021 fertiggestellt werden. Möglich wurde dies letztlich nur durch die Kostenteilung zwischen dem Abwasserzweckverband und der Landgemeinde Nessetal. 

2021

 

Pfaffenhöfer Straße von der Hauptstraße bis zum Erdfallgraben, Anschluss des Hochheimer Weges und des südöstlichen Teiles der Hohle.

                                                                                    

Während der Kanalbauarbeiten schloss der AWZV von 1995-2021 in den genannten Bereichen die anliegenden Grundstücke an, die anschließend ihre Klärgruben außer Betrieb nehmen konnten.

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