Grenzberg Warza
Der Grenzberg ist ein schmaler, aber langgestreckter Höhenzug zwischen Remstädt und Warza. Auf seinem Kamm verläuft die Flurgrenze und zerteilt ihn somit in zwei Streifen, die sich keilförmig zeigen. Dies besagt, dass der Anteil Warzas im Ostteil breiter ist, als im westlichen Teil. Bei Remstädt ist es genau umkehrt. Durch die Flurteilung besitzt Warza östlich und besonders westlich des befestigten Wirtschaftsweges eine größere ebene Fläche, während der Remstädter Teil von einer Anzahl aneinandergereihter Schluchten durchzogen wird. Der westliche Ausläufer ist zur Feldflur abfallend und besitzt nur eine sehr schwache Bodendecke mit dürftigem Pflanzenbewuchs. Am unteren Rand bedarf sich der größte und tiefste Steinbruch des Grenzberges, der heute restlos verfüllt ist.
Die Länge des Grenzberges beträgt ca. 720 m (bis in die Spitze Richtung Rondell). Seine Breite liegt bei ca. 8om. Seine Höhe beträgt 316 m über NN.
Professor Max Bauer schreibt 1882 in seinem Buch über den geologischen Aufbau u.a.:
Die Ausbeute der isolierten Muschelkalkpartien des Grenzberges war sehr intensiv. Die Gestalt des Grenzberges ist bedeutend verändert worden durch umfangreiche Steinbrucharbeiten. Der Berg war vor dem Eingriff des Menschen ein saft gerundeter Hügel.
Das Nonnenkloster „Zum Heiligen Kreuz" und das Augustinerkloster, beide in Gotha ansässig, besaßen in unseren Dörfern viel Ackerland, Wiesen und auch Weinberge. Erstaunlich ist, dass die Weinreben nicht nur an der Südseite, sondern auch am Nordfuß des Grenzberges angebaut wurden. Der ehemalige Most-Feldweg verlief genau auf der Flurgrenze. Insgesamt kann angenommen werden, dass die ca. 6 ha große Fläche des Grenzberges im Mittelalter nur zum Teil Steinbruchgelände war, das sonst aber als Schafweide und als Wein- und Obstpflanzung diente. Der große Aufschwung des Steinbrechens begann erst später. Nach den beiden großen Bränden in Warza 1779 und Remstädt 1785 legten beide Gemeinden mehrere Steinbrüche an (Material für Wiederaufbau).
Erst um 1885 herum begannen die Warzaer mit der schrittweisen Bepflanzung mit Kiefern. Um die Jahrhundertwende bis zum 1. Weltkrieg hin zog Remstädt nach.
Als der 2. Weltkrieg begann, machte der Grenzberg erste Bekanntschaft mit dem Militär. Es wurden Unterstände, Beobachtungsstellen und Splitterschutzgräben gebaut. Ab 1945 begann das Abholzen auf dem Grenzberg, die Holzgewinnung wurde von der Gemeinde organisiert. In wenigen Wochen waren die Bäume gefällt. Der Schmerz um den Verlust ging unter im großen Elend jener Zeit.
Bereits 1951 und wenige Jahre später versuchte man es mit Robinien und Kiefern auf Teilflächen. Der Erfolg blieb aus.
Immer wieder versuchten beharrliche Naturfreunde den Grenzberg neu zu bepflanzen. Viel erfolgreicher gestaltete sich die Vermüllung des Grenzberges. Außerdem fehlten immer wieder die notwendigen Mittel und das Pflanzgut.
Die Wende machte es möglich. Beide Gemeinden begannen in Zusammenarbeit mit dem Forstamt die schrittweise Neubepflanzung. Bereits in den Jahren davor hatte unsere Gemeinde am Nordrand des Berges eine Kiefernpflanzung angelegt (Herbst 1985). Eigentumsrechte verlangten die Umsetzung der Bäume und die überstanden diesen Eingriff nur teilweise. Im März 1992 begann Remstädt mit der Pflanzung von 500 Robinien. Im Jahr darauf konnte der ganze Grenzberg umzäunt werden. 30.000 Bäumchen wurden für die Gemeinde geliefert (Eichen, Eschen, Kastanien, Kiefern und Fichten). Den Warzaern gelang durch Großeinsätze und ABM-Kräfte die Bepflanzung des größten Teils des Berges. Nun gab es auch eine erneute Pflanzung, wo vorher die Bäume umgesetzt werden mussten. Dadurch bekam der Grenzberg eine beträchtliche Ausdehnung nach Norden.
Ein Festplatz mit rustikalen Sitzgelegenheiten wurde geschaffen. Der Zugang von Warza zum Berg wurde auch als Dorfrand bepflanzt (Nov. 1995 ca. 20 Lindenbäume + 25 Kastanien). Zwei Begebenheiten brachten unsere Bürger in Aufregungen.
Für lange Zeit wurde der Grenzberg gemieden. Heute zeigt sich der Grenzberg (ehemalige Müllkippe) wieder als wunderschönes Fleckchen Erde.







